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Der Weinberg Glienick und die Deutsche Reichsbahn

 

Die Deutsche Reichsbahn betrieb in den Jahren 1937 bis 1945 im Großraum Berlin viele Projekte im Rahmen der "Planungen zur Umgestaltung der Bahnanlagen in Berlin". Diese waren Teil der Planungen für die Welthauptstadt Germania, für deren Errichtung gigantische Baumaterialmengen und auch Arbeitskräfte benötigt wurden.

 

Um sich dieser logistischen Herausforderung zu stellen, wurden unter Anderem im südlichen Berliner Umland ein Güterbahnhof in Zossen-Dabendorf und ein weiterer in Großbeeren geplant und auch schon teilweise in Betrieb genommen. Das an der Dresdener Bahn gelegene Zossen sollte dann mit dem an der Anhalter Bahn gelegenen Großbeeren auf direktem Weg verbunden werden.

Da nicht nur Güter, sondern auch Menschen transportiert werden sollten, waren auf dieser Strecke die Bahnhöfe Glienick, Groß Schulzendorf und Genshagen geplant. Die Bahnhöfe in Zossen und Großbeeren sind noch Heute in Betrieb. Lediglich der geplante und teilweise schon aufgeschüttete Bahnhof Groß Schulzendorf lässt sich Heute noch erahnen.

 

Diese Bahnstrecke kann noch Heute an einigen Stellen besichtigt werden und wäre südwestlich vom Weinberg Glienick verlaufen. Sie hätte nicht nur den Weinbergweg aus dem Dorf kommend gekreuzt, sondern auch den von der L79 kommenden Alten Weinmeisterweg. Es wären mindestens Bahnübergänge, vielleicht beschrankt, nötig gewesen. Auch Unterführungen oder Brücken wären denkbar.

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Doch damit nicht genug ...

Ebenfalls geplant war eine S-Bahn-Linie, die vom Alten Gaswerk Berlin-Mariendorf an der Lankwitzer Straße kommend nach Süden verlaufen wäre. Sie war Teil der neuen Nord-Süd-S-Bahn, die unter Anderem auch unter der großen Nord-Süd-Achse von Germania über den Südbahnhof (Heute Südkreuz) vorerst bis nach Groß Schulzendorf gebaut worden wäre.

 

Mögliche S-Bahn-Haltestellen waren nicht nur in Berlin-Marienfelde angedacht, sondern vermutlich auch in Birkholz, Kleinbeeren, Diedersdorf und Jühnsdorf.

Der dadurch entstandene S-Bahn-Kopfbahnhof Groß Schulzendorf wäre vielleicht ein Berliner Ausflugsziel geworden, um im südlichen Rangsdorfer See ins Strandbad zu gehen !?

 

Es wurde bereits damals daran gedacht, die S-Bahn ab Groß Schulzendorf parallell zur dann bestehenden Güterverkehrs-Trasse über Glienick bis nach Zossen auszubauen. Damit wäre auch Glienick von Berlin aus mit der S-Bahn erreichbar gewesen.

 

Gleisplan Weinberg Glienick

 

Fazit:

Diese ganzen Überlegungen und Planungen könnte man als Teil einer größenwahnsinnigen Idee für die Welthauptstadt Germania abtun.

Wenn man aber etwas genauer hinsieht, dienten diese Planungen der Schaffung eines Wirtschaftsballungsraumes mit all seinen Knotenpunkten und Verbindungslinien.

 

Der verlorene Weltkrieg war das politische und wirtschaftliche Aus für diese geplante und teilweise umgesetzte Bahnlinie.

Aber erst die politische Spaltung Deutschlands und die damit zusammenhängende wirtschaftliche Trennung durch den Mauerbau 1961 waren die eigentlichen Gründe, dieses Projekt niemals mehr umzusetzen.

Der teilweise fertig gestellte Güterbahnhof Großbeeren wurde als Reparationsleistung demontiert und in die Sowjetunion transportiert.

Durch den Mauerbau wurde ein Außenring notwendig, der die umliegenden Städte und Gemeinden mit dem übrig gebliebenen Ost-Berlin verband.

Da die Fern- und S-Bahn-Gleise von West-Berlin unter Verwaltung der Deutschen Reichsbahn standen, wurde auch dort nichts mehr investiert oder instand gehalten.

 

Insgesamt hat die jahrzehntelange Teilung Berlins zu völlig neuen Verkehrskonzepten geführt, die den Bau dieser Bahnlinie überflüssig werden ließen.

 

Prognose:

Seit dem Mauerfall 1989 ist alles wieder offen.

 

Wenn man bedenkt, daß europäische Megametropole wie London oder Paris erst nach dem Zweiten Weltkrieg ihre heutigen Dimensionen erreicht haben, dies einer Stadt wie Berlin aber aus bekannten geschichtlichen Gründen unmöglich war, läßt erahnen, welches Potential sich nach dem Mauerfall auftat.

Teilweise wurden bestehende Planungen realisiert - doch der Schwerpunkt liegt Heute nicht mehr auf der Schiene - sondern auf der Straße.

 

Berlin wird als Kreuz zwischen Ost- und West-Europa verstanden. Berlin ist die größte Stadt Deutschlands. Und Berlin wird wachsen ...

 

Es liegt an unserer Generation, was wir aus den Gegebenheiten machen, diese mit Ideen anreichern, um dann ein besseres Jetzt zu realisieren.

Immerhin können wir bereits seit Jahren auf der Anhalter Bahn bis Thyrow mit einem Berliner S-Bahn-Fahrschein fahren.

Das Selbe gilt auf der Dresdener Bahn bis Rangsdorf. Beides Linien ohne S-Bahn-Verkehr, aber zum S-Bahn-Tarif im Regionalverkehr. Und das läßt hoffen ...

 

Mit freundlicher Unterstützung von http://www.bsisb.de Detlef Hoge

 

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